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Das Schimbrigbad

Als Kurgäste im Schwefelwasser badeten

Schon zur Zeit Renward Cysats, 1545-1610, stand der Schimbrig aus geologischen Gründen im Gespräch, einerseits, weil hier eine Silbermine vermutet wurde, anderseits, weil zahlreiche Quellen in bescheidenem Masse zum Baden benutzt werden konnten. Auch Pfarrer Schnider erwähnt 1782 am Schimbrig einen sehr starken Schwefelbrunnen, der damals jedoch noch nicht kommerziell genutzt wurde.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man sporadisch Wasser abzufüllen und zu verkaufen, der eigentliche Bade- und Kurbetrieb aber setzte erst 1854 ein, als der Schüpfheimer Peter Thalmann die Eisen- und Schwefelquellen am Schimbrig kaufte und ein Kurhaus erbaute, das 1860 durch die "Gesellschaft Schimbergbad" eröffnet werden konnte.

1872 kaufte der Luzerner Arzt Anton Schiffmann den florierenden Betrieb, erstellte vorerst einen rechten Weg von Stilaub bis zur Kuranstalt. Weiter liess er 1872 bis 1875 das vorhandene Kurhaus bedeutend verlängern und um ein Stockwerk erhöhen, dazu kamen Säle und Nebengebäude. 1875 nahm das elegante Etablissement den Betrieb auf.

Zehn Jahre später, am 6. Juni 1885, geriet das Schindeldach des Hauptbaues in Brand, das Feuer verbreitete sich mit grosser Geschwindigkeit und zerstörte das Hotel vollständig. Anton Schiffmann verkaufte die ganze Anlage der "Aktiengesellschaft Schimbergbad", welche 1888 einen noch prächtigeren Neubau fertig stellte. Dieser Neubau, bei welchem man den Standort und wohl auch Mauerteile des alten Hotels übernahm, wurde etwas kleiner. Über dem gemauerten Erdgeschoss mit dem Speisesaal (240 Quadratmeter), dem Büro, der Bibliothek, der Küche und ihren Nebenräumen erhoben sich drei Stockwerke in Holz mit 87 Zimmern für 110 Gäste. Der Hauptfront war zur Hälfte eine Glashalle vorgelagert, die einen freien Blick in das Tal gewährte. Südlich stand die zweigeschossige Dependance, die noch heute teilweise erhalten ist und neben Zimmern eine Kegelbahn aufnahm. Westlich, etwas tiefer, stand ein Badehaus mit zehn Kabinen zur Verfügung. Die 1890 vollendete Fahrstrasse hätte mehr Gäste anlocken sollen, doch diese blieben aus.

In der Nacht vom 16. zum 17. November 1933 brannte das Kurhotel erneut bis auf die Grundmauern nieder und wurde nur mehr dürftig instandgestellt.

Die Schwefelquelle fliesst auch heute noch!

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Gefunden im Entlebucher Anzeiger 22.08.2002 / Quelle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Das Amt Entlebuch.